:: Der Eurasischer Luchs

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx)
Update : 29.04.2024 05:35:15
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Textquelle : Wikipedia und Leopardenland 
 
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Der Eurasische Luchs oder Nordluchs (Lynx lynx) ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Im deutschen
Sprachgebrauch ist mit „Luchs“ fast immer diese Art gemeint. Nach dem Bär und dem Wolf ist diese Katze das größte
Raubtier, das in Europa heimisch ist. Ähnlich wie Braunbär und Wolf war auch der Eurasische Luchs über viele
Jahrzehnte starker Verfolgung ausgesetzt. Nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa
verschwunden war, wanderten die Wildkatzen ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurden
auch gezielt wieder angesiedelt. Heute sind unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das
Fichtelgebirge, der Bayerische Wald und der Spessart von Luchsen besiedelt. In vereinzelten Gebieten erreicht
 der Luchs sogar wieder seine maximale Siedlungsdichte.
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Körperlänge:Beim Männchen   80 - 120 cmBeim Weibchen   80 - 100 cm
Schwanzlänge: Beim Männchen   /Beim Weibchen   /
Schulterhöhe:Beim Männchen   50 - 70 cmBeim Weibchen    49 - 66 cm
Gewicht:Beim Männchen   15 - 40 kgBeim Weibchen    15 - 37 kg
Beißkraft Bei :cm² [Newton]   /cm² [kg]   /
Schlagkraft Bei : cm² [Newton]   /cm² [kg]   /
Alter :Alter in Freierwildbahn :  11 Jahre*Alter in Zoo :  25 Jahre*
Paarungsbereit nach :Bei Männchen   1 Jahr*Bei Weibchen   1 Jahr*
 
Der Bestandt : ca 39.900 - 55.000 Tiere*
Der Bestandt : konnte nicht genau ermittelt werden !
Der Status : Bedroht !
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Merkmale 

Mit einer Kopfrumpflänge zwischen 80 und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter ist der
Luchs die größte Katze Europas. Die Rückenlänge ohne Kopf und Hals entspricht der Schulterhöhe, so dass der
Körperbau quadratisch wirkt. Die Vorderbeine sind um 20 Prozent kürzer als die Hinterbeine. Die Pranken sind
groß und verhindern im Winter, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt. Die Trittspuren, die der Luchs hinterlässt,
sind mit einer Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern für die
Hinterpranke etwa dreimal größer als die einer Hauskatze. Die Schrittlänge liegt zwischen 40 und 100 Zentimetern
und kann bei sprintenden Luchsen bis zu 150 Zentimeter betragen. Anders als bei Fuchs oder Hund fehlen bei
Luchsfährten Krallenabdrücke, da die Krallen während des Laufens in die Hauttaschen zurückgezogen werden.

In Mitteleuropa wiegen männliche Luchse, die auch als „Kuder“ bezeichnet werden, je nach Region im Durchschnitt
zwischen 20 und 25 Kilogramm, wobei besonders leichte Exemplare nur 14 Kilogramm wiegen und sehr schwere Tiere
ein Körpergewicht von 37 Kilogramm erreichen können. Weibchen sind durchschnittlich 15 Prozent leichter als
männliche Tiere. Ihr Gewicht beträgt normalerweise etwa 15 bis 20 Kilogramm, mit Extremwerten, die bei 12
 beziehungsweise 29 Kilogramm liegen.
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Weitere Merkmale des Erscheinungsbildes und Sinnesleistungen 

Eurasischer Luchs (Lynx lynx) Mit den anderen Arten der Gattung verbinden den Luchs die Pinselohren, der breite und
rundliche Kopf und der sehr kurze Schwanz. Dieser ist beim Eurasischen Luchs zwischen 15 und 25 Zentimeter lang und
endet in einer schwarzen Spitze. Der Eurasische Luchs zeichnet sich durch einen sehr ausgeprägten Backenbart aus,
den er weit abspreizen kann. Die Funktion des Backenbartes ist noch nicht restlos geklärt. Wahrscheinlich drücken
die Tiere über die Stellung des Backenbartes ihre Stimmung gegenüber ihren Artgenossen aus. Möglicherweise dient
der Backenbart aber auch als Reflektor von Schallquellen.

Die Haarpinsel an den spitzen, deutlich dreieckigen Ohren sind bis zu fünf Zentimeter lang und verstärken die
Fähigkeit, Lautquellen zu orten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Luchse das Rascheln einer Maus noch aus
einer Entfernung von 50 Metern wahrnehmen und ein vorbeiziehendes Reh noch 500 Meter entfernt hören. Die mandelförmig
geschnittenen und nach vorne orientierten Augen sind goldgelb, gelbbraun oder ockerbraun. Sie sind das wichtigste
Sinnesorgan des Luchses und etwa sechsmal so lichtempfindlich wie die Augen des Menschen, was dem Luchs eine Jagd
während der Dämmerung und der Nacht erlaubt. Der Geruchssinn spielt bei der Jagd nur eine untergeordnete Rolle.

Das vollständige Gebiss eines Luchses besteht aus 28 Zähnen. Auf beiden Seiten des Ober- und Unterkiefers befinden
sich drei Schneidezähne, je ein stark ausgebildeter Eckzahn mit sogenannten Dolchrillen, zwei vordere Backenzähne
oder Prämolare sowie zwei Backenzähne oder Molare.

Das Fell des Eurasischen Luchses ist auf der Körperoberseite während des Sommers rötlich- bis gelbbraun und
während des Winterhalbjahres grau bis graubraun. Das Kinn, die Brust, die Bauchseite sowie die Innenseite der
Läufe sind dagegen weißlich grau bis cremeweiß. Die Fleckung des Fells ist individuell verschieden und im Sommer
grundsätzlich ausgeprägter als während des Winters. Bei einzelnen Individuen kann die Fleckung aber auch nahezu
vollständig fehlen. Das Fell besteht aus einer dichten Unterwolle. Die darüber liegenden Grannenhaare haben
eine Länge zwischen fünf und sieben Zentimeter. Das Winterfell gehört zu den dichtesten im Tierreich. Hochbeinigkeit,
dichtes Fell und eine durch die breiten Pfoten bedingte geringe Flächenbelastung ermöglichen es dem Luchs, auch
noch bei Schneelage bis zu einem halben Meter erfolgreich zu jagen. Schneelagen über einem Meter behindern ihn
 allerdings bei der Jagd, so dass er dann in Regionen mit geringerer Schneelage zurückzieht.
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Historisches Verbreitungsgebiet 

Das europäische Verbreitungsgebiet des Luchses reichte noch zu Beginn der Neuzeit von den Pyrenäen in einem breiten
Gürtel bis zum Ural. Nach Ansicht einiger Wissenschaftler fehlte der Luchs dagegen auf Island, den Britischen Inseln,
den Mittelmeerinseln sowie einem Küstenstreifen, der von Calais über die Niederlande bis nach Lübeck reichte. Der
Eurasische Luchs fehlte außerdem in Dänemark und im nördlichen Skandinavien.

In Asien war er über nahezu ganz Sibirien vom Ural bis zum Pazifik sowie in Nordchina, Tibet, Teilen der Mongolei
und in Turkestan verbreitet. Seine Verbreitungsgrenze erreicht dabei im Norden den Polarkreis – keine andere Katzenart
dringt weiter nach Norden vor als der Eurasische Luchs. Im Süden reichte sein Verbreitungsgebiet bis Nepal, Nordindien,
Nordpakistan, Persien und möglicherweise sogar bis Palästina.

Vor der Wiederbesiedlung wurden in Deutschland die letzten Luchse 1818 im Harz bei Lautenthal, 1846 auf der
Schwäbischen Alb bei der Ruine Reußenstein, ebenfalls 1846 bei Zwiesel im Bayerischen Wald und um 1850 in den
bayerischen Alpen getötet. In der Schweiz wurde der letzte Luchs 1894 am Weisshornpass geschossen. In den
französischen Alpen beobachtete man den Eurasischen Luchs vor seiner Wiederansiedlung das letzte Mal im Jahre
1903, in der Schweiz 1904 beim Simplonpass.[15] Verhältnismäßig lange konnte sich der Luchs dagegen wenigstens in
einigen Teilen Österreichs halten. Der letzte autochthone österreichische Luchs wurde 1918 im Balderschwanger Tal
im Bregenzerwald erlegt.

Zwischen 1918 und etwa 1960 war der Eurasische Luchs in Westeuropa damit weitgehend ausgerottet. In großen Teilen
Nord-, Ost-, und Südosteuropas sowie in den meisten asiatischen Vorkommensgebieten konnte sich die Art jedoch halten,
die westlichsten autochthonen Vorkommen gab es um 1960 in Südschweden, Ostpolen und der östlichen Slowakei.

Wiederansiedelungsmaßnahmen und heutiges Verbreitungsgebiet in Europa
Durch zahlreiche Auswilderungen sind heute einige Bereiche Westeuropas wie die Alpen, der Jura, die Vogesen und der
Böhmerwald wiederbesiedelt. In den Nordwestalpen sind mittlerweile nahezu alle geeigneten Lebensräume von Luchsen
besetzt. Diese Wiederbesiedlungsprogramme sind in der Öffentlichkeit umstritten gewesen und ihre Durchführung
erwies sich nicht immer als problemlos. Auf die spezifischen Probleme wird im Kapitel Menschen und Luchse eingegangen.
Luchsfährte im Schnee – charakteristisch für Luchsfährten ist das Fehlen von Krallenabdrücken, da diese während
des Laufens in die Hauttaschen zurückgezogen werden

Führend in der Wiederansiedelung des Luchses war die Schweiz: Am 23. April 1971 wurden in der Schweiz im Areal des
Jagdbannbezirk Huetstock bei Engelberg in der Nähe von Luzern die ersten zwei aus den Karpaten stammenden Luchse
ausgesetzt. Bis 1976 wurden weitere Luchse wieder angesiedelt, die sich bis 1979 bereits über ein 4500
Quadratkilometer großes Gebiet verbreitet hatten. 1991 waren in den Schweizer Nordwest- und Zentralalpen
10.000 Quadratkilometer und im Jura 5000 Quadratkilometer wieder mit Luchsen besiedelt. In den in der Nordostschweiz
gelegenen Kantonen St. Gallen, Zürich, Thurgau und beiden Appenzell wurden zwischen 2001 und 2003 insgesamt neun
weitere Luchse ausgewildert, die auch dort eine tragfähige Population begründen sollten.

In Österreich wurden 1976 neun Luchse aus der Slowakei im Dreiländereck Steiermark-Kärnten-Salzburg ausgewildert,
allerdings blieb die daraus resultierende Population bis heute klein. In den französischen Vogesen, wo man 1983 19
Luchse auswilderte, konnte sich dagegen eine stabile Population entwickeln. Die Nachkommen von drei in
Slowenien ausgewilderten Luchspaaren besiedeln heute ein Verbreitungsgebiet von der slowenischen Grenze zu Italien
und Österreich bis nach Bosnien-Herzegowina.

In Deutschland waren bereits in den 1950er Jahren vermutlich aus Tschechien einzelne Luchse in den Bayerischen Wald
eingewandert.

1962 gab es die ersten gesicherten Hinweise auf Luchse im Elbsandsteingebirge und 1969 wurden erstmals wieder Luchse
in der Dübener Heide nördlich von Leipzig beobachtet. Mittlerweile gibt es in Deutschland neben der Population
im Bayerischen Wald wieder Luchse in der Sächsischen Schweiz, im Pfälzerwald und im Fichtelgebirge. Auch gibt es
inzwischen eine kleine Population im Spessart. Im Nationalpark Harz läuft ein Auswilderungsprojekt, in dessen
Rahmen seit dem Jahr 2000 insgesamt 24 Luchse ausgewildert wurden. Einzelne wahrscheinlich aus der Schweiz
eingewanderte Luchse wurden auch schon wieder im Schwarzwald gesichtet. 2002 kam es im Harz zur ersten Geburt
freilebender Luchse seit der Wiedereinführung. Seit 2004 wurden in verschiedenen Teilen Deutschlands Luchse
gesichtet, deren Herkunft häufig unklar ist. Beispielorte für solche Sichtungen sind das obere Donautal, die
Eifel und der Odenwald. In einer Sturmnacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 gelang einem Luchspärchen aus dem
Tierpark Suhl die Flucht in den Thüringer Wald. Überlebenschancen haben diese Tiere allerdings nur, wenn sie die
Fähigkeit besitzen, in der freien Wildbahn Beutetiere zu schlagen. Einzelsichtungen sind allerdings noch kein Beleg,
dass Luchse eine Region wiederbesiedelt haben und sich dort fortpflanzen. In der Regel begründen Luchse Reviere nur
 dann, wenn diese territorialen Anschluss an benachbarte Luchsreviere haben.
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Lebensraum und Revieransprüche

Der Eurasische Luchs bevorzugt grundsätzlich als Lebensraum große Waldareale mit dichtem Unterholz und nutzt offene
Landschaften und menschliche Siedlungen nur randlich und temporär. Ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten ihm
Wälder mit einer stark kleinräumlichen Gliederung durch Altholzinseln, Lichtungen, felsige Hänge und morastige Zonen.
Eurasische Luchse finden sich allerdings auch in der felsigen Gebirgszone bis in eine Höhe von 2500 Metern, in
Niedermooren und auf Heideflächen und in überwiegend baumlosen Hochebenen Zentralasiens. Kennzeichnend für
letztere Lebensräume ist, dass diese durch Felsen und Gebüsch eine große Anzahl von Deckungsmöglichkeiten verfügen.
Luchs

Die telemetrischen Untersuchungen, die eine Reihe von Wiederansiedlungsprojekten der letzten Jahrzehnte begleiteten,
haben gezeigt, dass Luchse einen großen Teil ihrer Beute im Randbereich von Wäldern jagen und dabei auch
landwirtschaftlich genutzte Flächen betreten. Tagsüber halten sie sich in ihren Verstecken auf und tolerieren
dabei durchaus auch die Nähe zum Menschen. Sowohl in den Vogesen als auch im Bayerischen Wald zogen weibliche
Luchse Junge unweit von touristisch stark frequentierten Plätzen auf.

Die ermittelten Reviergrößen für Eurasische Luchse variieren stark in Abhängigkeit von der Walddichte und –struktur,
den Deckungsmöglichkeiten, der Dichte von potentiellen Beutetieren, der Besiedelung durch Menschen sowie den
topografischen Verhältnissen. Untersuchungen in den Schweizer Nordalpen haben eine durchschnittliche Reviergröße
von 250 Quadratkilometern ermittelt, wobei das kleinste Revier 96 und das größte 450 Quadratkilometer umfasste.
Im Jura, wo der Waldanteil höher ist, wurde dagegen ein Aktionsraum von 100 bis 150 Quadratkilometer ermittelt.
In den Karpaten, dem westlichen Russland und dem ehemaligen Jugoslawien wurde dagegen eine Bestandsdichte von
einem Luchs je 10 bis 40 Quadratkilometer ermittelt.Weibchen haben grundsätzlich kleinere Reviere als die
männlichen Tiere, deren Revier meist gewöhnlich doppelt so groß ist und sich mit den Revieren von bis zu zwei
Weibchen überlappen kann. Reviergrenzen werden durch Harn, Losung und teilweise auch durch Kratzspuren markiert.

Untersuchungen über das Raumverhalten von Luchsen innerhalb ihres Revieres liegen vor allem aus dem polnischen
Białowieża-Nationalpark vor. Dort durchstreiften Luchse an einem Tag etwa 1,7 bis 2,6 Prozent ihres Reviers.
Raumnutzungsverhalten und Reviergröße sind auf die Jagdweise des Luchses zurückzuführen. Als Überraschungsjäger
schlägt er vor allem Beutetiere, die sich unvorsichtig verhalten. Bei einem längeren Aufenthalt in einem Teil
seines Reviers stellen sich seine Beutetiere auf die Anwesenheit des Beutegreifers ein und verhalten sich scheuer.
Um einen angemessenen Jagderfolg sicherzustellen, ist der Luchs daher darauf angewiesen, innerhalb seines Reviers
 immer wieder sein Jagdgebiet zu wechseln.
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Beutespektrum 

Luchs im Tiergehege im Nationalpark Bayerischer Wald
Des Beutespektrum umfasst praktisch alle im jeweiligen Lebensraum vorhandenen kleinen und mittelgroßen Säuger und
Vögel. So zählen unter anderem Rotfüchse, Marder, Wildschweine, Mäuse und Murmeltiere zu den von Luchsen
geschlagenen Beutetieren. Kleine und mittelgroße Huftiere mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm stellen
jedoch die bevorzugte Beute dar. Damit werden zumindest in Mitteleuropa Rehe am häufigsten geschlagen. Sie
machen häufig mehr als 80 Prozent des Beutespektrums aus. Andere Tierarten sind dagegen im Verhältnis zu ihrem
Vorkommen unterrepräsentiert.

In den Alpen dominieren im Beutespektrum Rehe und Gämsen. Im Bayerischen Wald spielen neben Rehen auch Rothirschkälber
und Feldhasen eine wichtige Rolle. Von 102 dort aufgefundenen Beutetieren des Luchses fanden sich neben 71 Rehen
17 Rothirsche, 8 Hasen, 3 Wildschweine und 3 Füchse. Bei Wildschweinen sind es meist Jungtiere, die ihm zum
Opfer fallen. Ausgewachsene Wildschweine sind zu wehrhaft, um als Beutetier für den Luchs in Frage zu kommen.
In dem an Füchsen reichen Schweizer Jura machen Füchse mehr als 10 Prozent des Beutespektrums des Eurasischen
 Luchses aus. In der Taiga jagt der Luchs dagegen vor allem Schneehasen und Raufußhühner.
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Jagdverhalten

Der Luchs lebt als Einzelgänger, der vor allem in der Dämmerung und nachts jagt. In der Regel ruhen Luchse während
des Tages in ihren Verstecken. Während der Ranzzeit kann man auch am Tage aktive Luchse beobachten.
Der Eurasische Luchs ist ein Überraschungs- oder Lauerjäger, der seine Beute vor allem an regelmäßig begangenen
Wildwechseln schlägt. Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem
Anspringen, beziehungsweise einem Kurzspurt von meist unter 20 Meter Länge. Bei diesen Kurzsprints kann der Luchs
eine Geschwindigkeit von fast 70 km/h erreichen.Die Hinterbeine, deren Länge die der Vorderbeine übertrifft,
begünstigen dabei ein schnelles Zusprinten auf die Beute. Die Jagdbeute wird durch einen gezielten Biss in die
Kehle erstickt. Entkommt ihm die Beute bei einem solchen Angriff, wird das Beutetier bestenfalls über eine kurze
Strecke verfolgt. Der Luchs versteckt die unzerlegte Beute mitunter unter Ästen und Blättern. Zu ihren Rissen
kehren Luchse in der Regel mehrfach zurück. Sie nehmen dabei pro Nacht zwischen 1 und 2,7 Kilogramm Fleisch auf.
 Der Nahrungsbedarf an reinem Fleisch liegt für einen 25 Kilogramm schweren Eurasischen Luchs bei etwa 1,1 Kilogramm.
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Paarung und Aufzucht der Jungtiere 

Die Pärchen finden nur zur Paarungszeit zwischen Februar und April zusammen. Weibchen beteiligen sich gewöhnlich
das erste Mal in ihrem zweiten Winter an der Ranz. Männliche Tiere suchen gewöhnlich erst in ihrem dritten Winter
nach einem deckungsbereiten Weibchen. Die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere markieren in dieser Zeit mit
ihrem stark riechenden Urin das Kerngebiet ihrer Reviere besonders intensiv. Die Markierungen werden bevorzugt auf
Nasenhöhe der Luchse an Wurzelstöcken oder Steinen abgesetzt. Auch die lauten Ranzrufe, die einem lang gezogenen
 „Ouh“ gleichen, sind in dieser Zeit häufig zu hören.
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Luchsjungtier wird von Mutter getragen

Hat ein Männchen eine paarungsbereite Luchsin gefunden, hält es sich in dieser Zeit mehrere Tage in ihrer Nähe auf.
Treffen mehrere Männchen aufeinander, kämpfen sie um das Paarungsrecht. Bei der Paarung nähert sich das Männchen dem
Weibchen von hinten und springt dann auf. Die Paarung, während der sich das Männchen im Nackenfell der Katze verbeißt,
dauert etwa drei Minuten. Grundsätzlich paart sich die Luchsin während der Ranzzeit mit nur einem männlichen Tier.
Die zwei bis fünf Jungen werden nach einer Tragzeit von etwa 73 Tagen meist an einem ruhigen Platz wie etwa einer
Felshöhle oder unter einem Wurzelteller geboren. Das Geschlechterverhältnis der Jungtiere ist bei der Geburt
ausgeglichen. Die Jungtiere, die bereits behaart zur Welt kommen, wiegen zum Zeitpunkt ihrer Geburt etwa 240 bis
300 Gramm und sind während der ersten 16 bis 17 Lebenstage blind. Sie werden nur von der Mutter betreut. Ab
einem Alter von vier Wochen beginnen sie allmählich auch an den Beutetieren der Mutter mitzufressen. Sie werden
maximal bis zu einem Alter von fünf Monaten gesäugt. Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter.
Dann versuchen sie, ein eigenes Revier zu finden. Ihre Geschlechtsreife erreichen weibliche Jungluchse in ihrem
21. Lebensmonat. Die Kuder sind dagegen im Normalfall erst nach Erreichen des 33. Lebensmonats fortpflanzungsfähig.

Die Sterblichkeit der Jungtiere ist sehr hoch. Während erwachsene Luchse kaum durch andere Raubtiere gefährdet sind,
werden Jungtiere von Braunbären, Wölfen, Vielfraßen und gelegentlich sogar Füchsen geschlagen. In Asien ist auch der
Leopard ein potentieller Fressfeind junger Luchse. Die hohe Sterblichkeit der Jungtiere ist jedoch weniger durch
Fressfeinde bedingt als durch Verkehrsunfälle sowie in geringerem Maße durch Krankheiten. Nach jetzigem Kenntnisstand
sind Luchse für alle bakteriellen und viralen Erkrankungen anfällig, die auch bei Hauskatzen vorkommen.
Jungtiere haben außerdem nur dann eine Überlebenschance, wenn sie ein unbesetztes Revier finden, nachdem sie
sich von ihrem Muttertier getrennt haben. Nur etwa jedem vierten Jungluchs gelingt dies.

Die Lebensdauer von Luchsen, denen eine Reviergründung gelingt, liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren. In
 Gefangenschaft gehaltene Tiere erreichen ein Lebensalter von bis zu 25 Jahren.
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Gefährdung und Bestand

Die Art als Ganze gilt nach der IUCN als „nicht gefährdet“. Die Jagd auf Luchse ist aber in den meisten Staaten wie
auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz entweder verboten oder streng reguliert. Internationalen Schutz bieten
unter anderem die Berner Konvention, die Bonner Konvention, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union
und CITES. Größtes Problem für den Luchs in Mitteleuropa ist die Wilderei, die gerade im Balkan zu einem dramatischen
Rückgang der Luchspopulation geführt hat. Von der Unterart Lynx lynx martinoi gibt es nur etwa 100 Exemplare, die in
Albanien und Mazedonien leben.

Der Gesamtbestand in Europa wird auf etwa 7000 Luchse geschätzt, während weltweit etwas weniger als 50.000 Tiere leben.
Die erfolgreiche Wiederansiedelung in Mittel- und Westeuropa kann aber noch nicht als völlig gesichert gelten, da sich
 erst erweisen muss, ob die etablierten Populationen langfristig überlebensfähig sind.
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Die Rolle des Luchses 

Luchse spielen verglichen mit Wolf und Bär eine weit geringere Rolle in den europäischen Mythen und Märchen. Dies
kann als Beleg dafür gewertet werden, dass Menschen mit dem nicht sonderlich scheuen, aber kaum sichtbaren Luchs
weit weniger Kontakt hatten als mit den zwei anderen großen europäischen Beutegreifern. Auch das 1933 erschienene
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens hält zum Luchs fest, dass von ihm kaum noch die Rede sei. Bereits seit der
Antike galt der Luchs allerdings als außerordentlich scharfsichtig ( Accademia dei Lincei), in Deutschland auch
als hellhörig („Ohren wie ein Luchs“) und verstohlen („jemandem etwas abluchsen“).

In der Volksmedizin wurden in Edelmetalle gefasste Luchskrallen, die als Amulett getragen wurden, als Mittel gegen
Alpträume und gegen Epilepsie verwendet. Gebrauch fanden aber auch andere Körperteile des Luchses: Luchsfett sollte
bei Gicht helfen, und bei geschwollenen Mandeln sollte es hilfreich sein, durch den rechten hohlen Schenkelknochen
des Luchses zu trinken.

Verglichen mit dem Wolf ist der Luchs weniger negativ besetzt – anders als bei diesem Beutegreifer stehen weite Teile
der Bevölkerung der Rückkehr des Luchses positiv beziehungsweise gleichgültig gegenüber. Die Rückkehr des Wolfs ist
dagegen von einer deutlich ablehnenderen Haltung begleitet und wird stärker mit einer Gefährdung von Menschen und
Haustieren assoziiert. Nach der Meinung des Naturschutzexperten Josef Reichholf ist dies darauf zurückzuführen, dass
die Arten der Katzen nicht in vergleichbarer Weise zum Aufbau eines Feindbildes geeignet sind. Dies vereinfacht
Wiederansiedelungsprojekte, da Widerstand gegen diese Projekte sich vor allem auf Interessenskreise wie Landwirte
und Jäger begrenzt, die Auswirkungen auf Wild- und Weidetiere befürchten. Die frühe Ausrottung des Luchses in Mittel-
und Westeuropa sieht Josef Reichholf vor allem dadurch bedingt, dass Luchse einfacher und mit einem geringeren
 Aufwand als der Wolf zu erjagen waren.
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Probleme bei der Wiederansiedelung 

Es hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass der Luchs grundsätzlich ein schlechter Eroberer von neuen
Lebensräumen ist. Zu seinem Verhalten gehört es, dass er bei seiner Revierbildung, die einer Fortpflanzung vorausgeht,
territorialen Anschluss an das Revier anderer Luchse sucht. Eine natürliche Besiedelung seiner alten Lebensräume würde
daher einen sehr langen Zeitraum benötigen und nur stattfinden, wenn in den bereits vorhandenen Lebensräumen ein
hoher Populationsdruck besteht.Eine Rückkehr des Luchses in seine alten Verbreitungsgebiete ist daher meist
nur mit menschlicher Hilfe zu erreichen.

Die Wiederansiedelung des Luchses durch den Menschen ist von einer Reihe von Widerständen und Kritik begleitet
gewesen. Die häufigsten Sorgen, die im Vorfeld von Wiederansiedelungen geäußert wurden, beziehen sich auf Schäden
an Haustieren und am Jagdwild. So gab es im Berner Oberland im Jahr 2007 einen starken Rückgang der Population. An
die Jagdinspektion des Kantons Bern eingeschickte abgehackte Luchspfoten, abgeschnittene Sendehalsbänder und das
Auslegen von Giftködern dokumentieren keinen natürlichen Rückgang, sondern den Eingriff des Menschen. Das Töten
 von Luchsen erfüllt den Tatbestand der Wilderei.
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Erbeutung von Nutztieren

In der Schweiz fielen in den drei Jahrzehnten nach der Wiederansiedelung des Luchses rund 1000 Hausschafe dem Luchs
zum Opfer . Zu Rissen von neugeborenen Kälbern kam es bislang nur in Ausnahmefällen. Dabei hat man die Erfahrung
gemacht, dass sich einzelne Luchse auf die Jagd von Nutztieren wie Ziegen und Schafe spezialisieren. Gerissen
werden vor allem Tiere, die auch nachts über weit entfernt von menschlichen Siedlungen verbleiben und deren Weiden
sich in Waldrandnähe befinden. Ähnlich wie auch bei anderen Beutegreifern wie Rotfuchs oder Mardern kann es bei
Angriffen auf Haustiere zum sogenannten Surplus Killing kommen: Weit mehr Tiere werden getötet oder verletzt, als
der Beutegreifer als Nahrung benötigt. Luchse, die wiederholt Haustiere schlagen, werden in der Schweiz
abgeschossen. Durch den Luchs gefährdet sind auch in großen Gattern gehaltene Wildtiere wie Damhirsche oder
Europäische Mufflons. Ein Herdenschutzhund der Rasse Šarplaninac mit Schafherde

In der Regel sind Übergriffe auf Weidetiere, die auf den Almen der Alpen häufig weitgehend sich selbst überlassen
sind, selten. Luchse, die sich in einem Revier etabliert haben, erjagen eher Rehe und Gämsen als dass sie Haustiere
angreifen. Ähnlich wie in anderen Wiederansiedelungsprojekten wie etwa für Bartgeier, Wölfe und Braunbären haben
eine sorgfältige Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort und eine gezielte Aufklärungskampagne zum Erfolg von
Wiederansiedelungsprojekten beigetragen. Dazu gehört auch eine möglichst unaufwändige und problemlose Entschädigung
an Landwirte, die Haustiere durch Luchse verlieren. Dort wo wegen der gleichzeitig stattfindenden Ansiedelung von
Wölfen und Braunbären Herdenschutzhunde etabliert wurden oder Hausesel als Herdenesel den Schaf- und Ziegenherden
beigesellt wurden, haben sich diese Maßnahmen als effektive Vorsorge gegen Übergriffe von Luchsen erwiesen.

In der Schweiz werden Präventivmaßnahmen gegen Luchsrisse mit bis zu 100 Prozent der Kosten bezuschusst. Bei Weiden,
die sich wegen ihrer Waldnähe als besonders gefährdet erwiesen haben, werden situationsspezifisch sogar die Pachtzinsen
übernommen, um eine weitere Beweidung durch Schafe oder Ziegen einzustellen. In der Schweiz regeln eindeutige
Kriterien aber auch, wann ein Luchs als so problematisch einzuordnen ist, dass für ihn Abschußbewilligungen erteilt
 werden.
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Auswirkung auf andere Tierarten 

Bezogen auf jagdbare Tierarten hat man die Erfahrung gemacht, dass Luchse sich nicht negativ auf den Bestand an
Paarhufern auswirken. Die Zahlen der von Luchsen erjagten Rehe und Gämsen liegen meist noch deutlich unter der
Anzahl von Fallwild, das heißt von Tieren, die Krankheiten und Unfällen erliegen, und sind deutlich geringer als
die von Jägern auf gleicher Fläche geschossene Zahl. Die Anwesenheit des Luchses trägt allerdings nicht in
dem Maße zu einer Verbesserung der Gesundheit des Tierbestandes bei, wie man sich dieses im Vorfeld erhofft hat.
Aufgrund der Jagdtechnik, die Luchse anwenden, sind es nicht notwendigerweise nur kranke und überalterte Tiere,
die ihm zum Opfer fallen.

Ein häufig vorgebrachtes Argument gegen die Ansiedelung von Luchsen war die potentielle Gefährdung der
Raufußhuhnbestände. So lehnte im Jahre 1975 die Jagdbehörde von Niedersachsen den Antrag des Göttinger
Instituts für Wildbiologie ab, im Harz Luchse anzusiedeln, weil sie dadurch die stattfindende Auerhuhnaussetzung
gefährdet sah. Tatsächlich stellen Raufußhühner unter anderem in den Karpaten und in Skandinavien einen gewissen
Anteil der Nahrung des Luchses dar. Die Hauptbeute des Luchses sind im Allgemeinen die Tierarten seines
Beutespektrums, die in seinem Revier häufig vertreten sind. Bei Untersuchungen in der Schweiz hat sich gezeigt,
dass selbst in Revieren mit guten Birk- und Auerhuhnbeständen Luchse nur ausnahmsweise diese Vogelarten schlagen
und die dort zahlreich vorhandenen Rehe und Gämsen eindeutig bevorzugen.

Die Verbissbelastung in Wäldern, verursacht durch hohen Paarhuferbestand, wirkt sich stark negativ auf die natürliche
Waldverjüngung aus (siehe dazu auch im Hauptartikel Rothirsch das Kapitel Schäden). Zu einer Konzentration von
Verbissschäden kommt es häufig, weil Rothirsche in Einständen eng konzentriert steht. Die Anwesenheit von Luchsen
wirkt sich hierbei positiv aus, da sie solche Ansammlungen auf Dauer aufsprengt und dafür sorgt, dass die Tiere
 sich auf größere Flächen verteilen.
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Erfolge und Misserfolge der Wiederansiedlungsprogramme

Die Wiederansiedelung des Luchses ist nicht frei von Rückschlägen gewesen. Illegale Auswilderungen, die in der
Schweiz und im Bayerischen Wald in den 1970er Jahren stattfanden, haben die Glaubwürdigkeit von
Wiederansiedelungsprogrammen bei der Bevölkerung in diesen Regionen nachhaltig geschädigt. Gleichzeitig hat sich
erwiesen, dass nur sorgfältig ausgewählte Luchse in der Lage sind, sich in freier Wildbahn zu etablieren. Bei den
erfolgreich verlaufenen Wiederansiedelungen handelte es sich meist um jagderfahrene Wildfänge. Luchse aus
Gefangenschaftshaltung sind überwiegend nicht in der Lage, ausreichend Beute zu schlagen. In wiederbesiedelten
Gebieten ist es außerdem zu einer Anzahl illegaler Abschüsse beziehungsweise Vergiftungsaktionen gekommen.
Die Populationszahl der in deutschen Mittelgebirgen mittlerweile vorhandenen Luchse ist derzeit noch zu klein und
die Bestände teilweise isoliert. Wanderkorridore sind notwendig, damit Bestände wie etwa die im Harz nicht verinseln.
Erst ab einer Bestandszahl von 50 bis 100 Tieren, die sich untereinander fortpflanzen können, ist eine ausreichende
genetische Variabilität sichergestellt. Ähnliches gilt auch für die Schweiz, die bislang die größten Erfolge in
der Wiederansiedelung aufweist. Die zwei etablierten Luchspopulationen begrenzen sich auf das Juragebirge und die
Nord- und Zentralalpen. Das dazwischenliegende Mittelland dagegen ist unbesiedelt, zwischen den beiden Populationen
 kommt es nicht zum genetischen Austausch.
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Systematische Einordnung

Über lange Zeit wurde diskutiert, ob Luchse nicht lediglich eine Untergattung der Gattung Felis darstellen.
Aus diesen Gründen findet man in der älteren Literatur den Eurasischen Luchs gelegentlich unter der Bezeichnung
Felis lynx. Heute ist die Einordnung der Luchse in die eigenständige Gattung Lynx akzeptiert und der Eurasische
Luchs wird entsprechend als Lynx lynx geführt.

Nach den molekularbiologischen Untersuchungen, die in den 1990er-Jahren Stephen J. O’Brien vornahm, lässt sich
die Gattung der Luchse stammesgeschichtlich auf eine Großkatzengruppe zurückführen, die sich vor rund drei bis
sieben Millionen Jahren in mehrere Seitenzweige aufteilte. Die stammesgeschichtlich jüngste Aufspaltung ereignete
sich vor 2,8 Millionen Jahren, wobei sich aus dem einen Zweig die Großkatzen Nebelparder, Löwe, Tiger, Jaguar,
Leopard und Schneeleopard entwickelten. Aus dem anderen Zweig entwickelten sich aus dem im Pliozän rings um die
Arktis verbreiteten Urluchs (Lynx issiodorensis) die heutige Gattung der Luchse sowie die Marmorkatze.
Der Eurasische Luchs wird heute innerhalb der Gattung der Luchse als eigenständige Art betrachtet. Früher wurde
er mit dem Kanadischen Luchs und dem Pardelluchs in einer gemeinsamen Art zusammengefasst. Auf Grund von
Fossilienbefunden weiß man aber, dass sich die Entwicklungslinie des iberischen Pardelluchses in Südwesteuropa
bereits im Villafranchium, dem Beginn des Pleistozäns abspaltete. Verglichen mit dem Pardelluchs ist die
Fossilienlage beim Eurasischen Luchs sehr viel weniger zusammenhängend. Gesichert ist aber, dass sich dieser in der
Ostpaläarktis entwickelte und von dort aus sowohl in westlicher wie östlicher Richtung ausbreitete. Der
Kanadische Luchs und der Rotluchs stammen allerdings vom Eurasischen Luchs ab. Vor etwa 200.000 Jahren gelangten über
die Beringstraße Eurasische Luchse nach Alaska und entwickelten sich dort zu den zwei eigenständigen Arten
 Rotluchs und Kanadischer Luchs weiter.
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Unterarten 

Die Anzahl der Unterarten des Luchses und deren geographische Abgrenzung sind umstritten. Je nach Quelle werden
zwischen vier und vierzehn Unterarten genannt. Vermutlich werden weitere molekularbiologische Untersuchungen ergeben,
dass die Einteilung in eine so große Anzahl von Unterarten nicht gerechtfertigt ist:
Sibirischer Luchs (L.l. wrangeli)

* Lynx lynx lynx: Nominatform; Verbreitung von Skandinavien über den europäischen Teil Russlands bis nach Sibirien
* L. l. carpathica: Karpaten in Rumänien, Slowakei, Polen und Tschechien
* L. l. wrangeli („Sibirischer Luchs“): Ostsibirien, Nordost-China
* L. l. dinniki: Kaukasus, Kleinasien, Nord-Iran, Nord-Irak
* L. l. isabellinus: Diese Unterart weist ein hell sandgraues bis isabellfarbenes Fell auf. Das Verbreitungsgebiet
ist Zentralasien, Tibet, Nepal, Nordindien, Nordpakistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan,
Kasachstan und Nordwest-China
* L. l. wardi: Altaigebirge
* L. l. koslovi: Sajangebirge, Nordmongolei
* L. l. martinoi („Balkanluchs“): Albanien, Mazedonien
* L. l. sardiniae: Sardinien, die Unterart ist vermutlich mittlerweile ausgestorben
     * L. l. stroganovi („Amurluchs“): Unteres Amurgebiet im fernen Osten Russlands und Nordchinas, Mandschurei, Korea
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Bild quelle : Emmanuel Keller
 
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